Was ist eigentlich Resilienz?

In den 1950er Jahren startete die Professorin Emmy Werner eine Studie mit knapp 700 Kindern. Alle waren 1955 auf Kauai geboren. Mehr als 30 Jahre lang wurde Ihr Lebensweg verfolgt. Ein Teil der Kinder wuchs in ausgesprochen schwierigen Verhältnissen auf: Armut, Krankheit der Eltern, Gewalt in der Familie. Wie würden sich die Kinder entwickeln? Und welche Faktoren würden ihren Schulerfolg und das soziale Zusammenleben beeinflussen? Zur Verblüffung der Wissenschaftler entwickelten sich ein Drittel der Kinder mit einer gemeinhin als schwierig gesehen Kindheit zu psychisch und sozial stabilen Menschen. Sie entwickelten trotz widriger Umstände eine positive, optimistische und verantwortungsvolle Lebenseinstellung.

Aus dieser und zahlreichen weiteren Studien entstand der Begriff „Resilienz“ von Menschen. Im Lateinischen bedeutet „resilire“ zurückspringen, abprallen. In den Physik sind resiliente Materialien solche, die nach Verformung ihre ursprüngliche Form wieder annehmen.

Unter Resilienz von Menschen versteht man die seelische Widerstandskraft. Die Fähigkeit, auch unter Belastungen gesund zu blieben – und Krisen ohne anhaltende Beeinträchtigungen zu überstehen. Fast wie einer dieser Stressbälle, die man knetet und quetscht – und der nach einiger Zeit wieder in seine ursprüngliche Form zurückfindet.

Über die letzten Jahrzehnte hinweg hat die Resilienz-Forschung herausgearbeitet, welche Mechanismen und Faktoren uns resilient machen. Entgegen der ursprünglichen Vermutung, dass seelische Widerstandsfähigkeit genetisch veranlagt ist, weiß man heute, dass sie erlernbar und auch im Erwachsenenalter noch veränderbar ist.
Was macht nun diese Schutzmechanismen aus?

Die Professorin Jutta Heller hat sich der Resilienzforschung verschrieben. Und 7 Schlüssel identifiziert, mit denen Menschen besser mit schwierigen Situationen umgehen können.

  • Akzeptanz
    Es geht gerade nicht darum sich einzureden „alles ist gut“. Schwierige Situationen als solche anzunehmen ist der erste Schritt. Wie wir die Situation für uns bewerten steht auf einem anderen Blatt.
  • Optimismus
    Gesunder Optimismus, die Hoffnung dass es irgendwann besser werden wird, trägt uns über schwierige Zeiten hinweg. Und auf dem Weg den Blick bewußt dem Guten zuzuwenden gibt die Energie, die man dazu braucht.
  • Selbstwirksamkeit
    Die Überzeugung, durch das eigene Tun etwas bewirken zu können. Die eigenen Stärken einsetzen zu können und so neue Anforderungen zu bewältigen.
  • Eigen-Verantwortung
    Bei Problemen anderen die Schuld zu geben mag einfach erscheinen, ändert aber nichts. Die Verantwortung für unseren Teil an der Situation zu übernehmen ist die Basis für die Veränderungen zum Besseren.
  • Netzwerkorientierung
    Bereits in den Anfängen der Resilienz-Forschung war die Bedeutung von sozialen Beziehungen als essentieller Faktor klar. Menschen zu haben, denen man vertraut und die unterstützen, ist ein Schlüssel. Egal ob Freunde, Kollegen oder in Vereinen.
  • Lösungsorientierung
    Optimistisch nach vorne zu blicken und auf eine Lösung hinzuarbeiten – statt das „Hätte ich doch …“-Gedankenkarussel kreisen lassen.
  • Zukunftsorientierung
    Ein Ziel zu haben, auf das man realistisch hinarbeiten kann, trägt auch durch schwierige Zeiten.

Nicht umsonst ist Resilienz inzwischen in aller Munde. Auch als Schutzmechanismus gegen Stress und Burnout. Denn „stressbedingte psychische Störungen betreffen schätzungsweise jedes Jahr 120 Millionen EU-Bürger. Das entspricht etwa 30 Prozent der Bevölkerung.“ vermeldet das Deutsches Resilienz Zentrum.

Neben der individuellen Resilienz bilden sich zunehmend Ansätze für Resilienz von Gruppen und ganzen Organisationen. Auch hier zeigt sich, dass manche Teams und Unternehmen besser mit Rückschlägen und Umbrüchen umgehen können.

#WasIstEigentlich   #Resilienz   #ZufriedenerLeben   #ErfolgreicherArbeiten   #VeränderungenPositiverBegegnen

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